Dienstag, 9. Januar 2018, 18:30 Uhr, Vortragssaal nhm

Dr. Daniela E. Winkler,
Institut für Geowissenschaften AG Paläontologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Während des Pleistozäns (vor 2.6 Mio. – 11.700 Jahren) beherbergten die Mittelmeerinseln Kreta, Mallorca, Malta, Sizilien und Zypern, sowie einige ihrer kleineren Nachbarinseln, einzigartige Säugetierfaunen. Durch Isolation und ein geringes Angebot an Nahrung zeigen die einzelnen Tierarten auf allen Inseln wiederkehrende evolutionäre Anpassungen: große Arten wie Elefanten und Flusspferde werden kleiner, Kleinsäuger wie Siebenschläfer oder Spitzmäuse werden mit der Zeit größer. Da noch weitere gemeinsame Evolutionsmuster beobachtet werden können, spricht man in diese Zusammenhang auch von „Inselregeln“.

Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Lebenswelten von hüfthohen Zwergelefanten, langsamen Zwergziegen und Zwergflusspferden, die im Hochplateau lebten, und erklärt an ihren Beispielen die Auswirkungen der Inselregeln. Beispiele aus aktuellen Forschungsprojekten zeigen, dass die Nahrungsökologie der Inselsäuger sich von ihren kontinentalen Verwandten stark unterscheidet, und wie dabei ähnlicher Selektionsdruck ganz unterschiedliche Tierarten zu Generalisten macht.