Dienstag, 10. März 2020, 18:30 Uhr, Vortragssaal nhm/Anne-Frank-Schule

Dr. med. Detlef Becker
Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz

Während Tätowierungen über Jahrtausende in Form festgelegter Symbole die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur zum Ausdruck bringen sollten, unterliegen diese in der heutigen Zeit modischen Trends und damit einem fortlaufenden Wandel. Hierbei muss aber berücksichtigt werden, dass die tätowierten Farben als Fremdkörper lebenslang in der Haut verbleiben und nur mit beachtlichem Aufwand und manchmal kosmetisch weniger zufriedenstellend entfernt werden können. Hierfür kommen in der heutigen Zeit überwiegend Lasertechniken zum Einsatz, in komplizierteren Fällen sind auch operative Entfernungen nötig, die dann sichtbare Narben hinterlassen. Die Entscheidung für eine Tätowierung an sich und insbesondere das Motiv und die Lokalisation sollten daher gut abgewogen werden. Das Tätowieren selbst kann durch die flächigen kleinen Verletzungen zu einer Infektion führen, auch allergische Reaktionen gegen die Tätowierfarben oder lokale Betäubungsmittel sowie überschießende Narbenbildung sind möglich. Die Qualität der verwendeten Farben ist bis jetzt wenig transparent, dies erschwert die Einschätzung gesundheitlicher Risiken und insbesondere die Diagnose bei allergischen Reaktionen.